DSGVO-Beschwerde gegen Bumble: Deine Dating-Daten in Gefahr
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DSGVO-Beschwerde gegen Bumble: Deine Dating-Daten in Gefahr

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SparkChambers Redaktion Unser Team von Beziehungsexperten
3 Min. Lesezeit

Die Dating-Branche hat ein Datenschutzproblem. Im Juni 2025 reichte die Datenschutz-NGO NOYB eine Beschwerde gegen Bumble bei der österreichischen Datenschutzbehörde ein. Der Vorwurf: Die App teilt persönliche Nutzerdaten mit OpenAI, um KI-generierte Eisbrecher-Nachrichten zu erstellen. Ohne gültige Einwilligung.

Das betrifft auch deutsche Nutzer. 1,45 Millionen Menschen verwenden Bumble allein in Deutschland. Und 30% aller Deutschen haben bereits Online-Dating-Dienste genutzt.

Was ist passiert?

Bumbles KI-Feature "Icebreakers" generiert automatisch Gesprächsstarter basierend auf Nutzerprofilen. Das Problem: Diese Profile enthalten sensible Daten. Sexuelle Orientierung. Religiöse Überzeugungen. Genau die Art von Informationen, die laut DSGVO als "besondere Kategorien personenbezogener Daten" gelten und besonderen Schutz genießen.

Lisa Steinfeld, Datenschutzanwältin bei NOYB, erklärt dazu: "Bumble zwingt seine KI-Features Millionen europäischen Nutzern auf, ohne sie jemals um Einwilligung zu bitten. Stattdessen werden ihre persönlichen Daten an OpenAI gesendet und in deren KI-Systeme eingespeist."

Bumble beruft sich auf "legitimes Interesse" als Rechtsgrundlage. Das klingt erstmal plausibel. Ist es aber nicht. Bei sensiblen Daten wie sexueller Orientierung reicht das nicht aus. Da braucht es explizite Einwilligung.

Das größere Problem

Bumble ist kein Einzelfall. Eine Untersuchung der Mozilla Foundation zeigt, dass 88% der getesteten Dating-Apps grundlegende Datenschutzstandards nicht erfüllen. 52% erlitten in den letzten drei Jahren Datenlecks oder Hacks.

Stiftung Warentest kam zu ähnlichen Ergebnissen: Nur 5 von 44 getesteten Dating-Apps erreichen ein akzeptables Datenschutzniveau.

Kein Wunder, dass 78% der Dating-App-Nutzer Bedenken bezüglich ihrer Datensicherheit haben. Das Vertrauen ist angeschlagen. Zurecht.

Was bedeutet das für dich?

Die gute Nachricht: Du hast Rechte. Die DSGVO gibt dir Werkzeuge an die Hand:

Auskunftsrecht (Artikel 15): Du kannst jederzeit eine Kopie aller Daten anfordern, die ein Unternehmen über dich gespeichert hat.

Recht auf Löschung (Artikel 17): Du kannst verlangen, dass deine Daten gelöscht werden.

Beschwerderecht: Du kannst dich bei deiner Landesdatenschutzbehörde beschweren, wenn du glaubst, dass ein Unternehmen deine Rechte verletzt.

Die schlechte Nachricht: Die meisten Nutzer kennen diese Rechte nicht. Oder nutzen sie nicht.

Was kommt als nächstes?

Die österreichische Datenschutzbehörde prüft jetzt den Fall. Bei ähnlichen Verfahren, etwa gegen Grindr, das 2021 zu einer Geldstrafe von 7,2 Millionen Euro verurteilt wurde, dauerte das mehrere Jahre. Aber die Konsequenzen waren real.

Für Bumble könnte es teuer werden. DSGVO-Strafen können bis zu 4% des weltweiten Jahresumsatzes betragen.

Wir werden diesen Artikel aktualisieren, sobald es Neuigkeiten gibt.


Häufig gestellte Fragen

Bumble teilt Nutzerdaten, einschließlich sensibler Informationen wie sexueller Orientierung, mit OpenAI ohne gültige Einwilligung. Statt expliziter Zustimmung beruft sich Bumble auf "legitimes Interesse", was bei besonderen Kategorien personenbezogener Daten nicht ausreicht.

Etwa 1,45 Millionen Menschen nutzen Bumble in Deutschland. Insgesamt haben 30% aller Deutschen bereits Online-Dating-Dienste verwendet, was Millionen potentiell Betroffene bedeutet.

Nutze dein Auskunftsrecht nach Artikel 15 DSGVO, um zu erfahren, welche Daten über dich gespeichert sind. Du kannst auch die Löschung deiner Daten nach Artikel 17 verlangen. Bei Verstößen kannst du dich an deine Landesdatenschutzbehörde wenden.

Leider zeigen Studien, dass 88% der Dating-Apps grundlegende Datenschutzstandards nicht erfüllen. Achte bei der Wahl einer Plattform auf transparente Datenschutzrichtlinien und prüfe, welche Berechtigungen die App wirklich braucht.

Quellen & Referenzen

  1. 1 eine Beschwerde gegen Bumble
  2. 2 30% aller Deutschen
  3. 3 Untersuchung der Mozilla Foundation
  4. 4 Nur 5 von 44 getesteten Dating-Apps
  5. 5 78% der Dating-App-Nutzer
  6. 6 Grindr, das 2021 zu einer Geldstrafe von 7,2 Millionen Euro