Vor unserem ersten Besuch im Swingerclub saßen wir im Auto, Motor lief. Keiner von uns machte Anstalten auszusteigen. Mein Herz hämmerte, als hätte ich drei Espressi getrunken. Lisa schaute mich an: "Wir können auch einfach wieder heimfahren." Ich nickte. Wir blieben trotzdem sitzen. Zehn Minuten. Vielleicht fünfzehn. Dann stiegen wir aus.
Ein erster Besuch im Swingerclub ist für viele Paare gleichzeitig aufregend und beängstigend. Ich hatte mir vorher alles mögliche ausgemalt. Düstere Räume. Aufdringliche Leute. Sofortiger Gruppensex in der Garderobe. Was dann kam, war anders. Komplett anders.
Warum wir überhaupt hingegangen sind
Die Idee kam von Lisa. Wir sind seit sieben Jahren zusammen, verheiratet seit drei. Die Idee für unseren ersten Swingerclub-Besuch kam überraschend. Unsere Beziehung war gut. Ist gut. Aber Lisa meinte eines Abends beim Wein: "Mir fehlt irgendwie... das Neue. Die Aufregung." Ich wusste genau, was sie meinte.
Wir haben dann wochenlang geredet. Über Fantasien, Grenzen, Ängste. Ich geb zu, ich war skeptischer als sie. Mein Kopfkino lief auf Hochtouren. Was, wenn sie jemanden attraktiver findet als mich? Was, wenn ich versage? Was, wenn wir Leute treffen, die wir kennen?
Ich hab irgendwo gelesen, dass ungefähr 60% aller Swinger zwischen 30 und 50 Jahren alt sind. 70% haben einen Hochschulabschluss. Durchschnittliche Leute wie wir, keine verrückte Randgruppe. Perfekt für Swingerclub-Anfänger wie uns.
Die Vorbereitung auf unseren ersten Swingerclub-Besuch
Bevor wir losgefahren sind, haben wir klare Regeln aufgestellt. Andere Swingerclub-Erfahrungen hatten uns gelehrt, wie wichtig Vorabsprachen sind. Das war die beste Entscheidung, die wir hätten treffen können. Nicht wegen irgendeiner Studie, sondern weil wir beide wussten, worauf wir uns einlassen.
Unsere Regeln waren klar. Erstens: Wir bleiben zusammen. Immer. Zweitens: Heute nur schauen. Nichts weiter. Und drittens, das Wichtigste: Jeder von uns kann jederzeit sagen "Lass uns gehen", ohne Erklärung, ohne Drama. Danach würden wir reden. Über alles.
Ich hab mir die Regeln dreimal laut vorgesagt auf der Fahrt. Lisa hat nur gegrinst.
Das Outfit? Lisa trug ein schwarzes Kleid, ich dunkle Jeans und Hemd. Wir hatten gelesen, dass Abendgarderobe üblich ist. Im Club haben wir dann alles gesehen: Von Dessous bis Business-Casual. Niemand hat uns schief angeschaut. Swingerclub-Etikette ist weniger streng als wir dachten.
Ankunft: Die ersten Eindrücke
Der Club lag in einem Industriegebiet. Von außen nichts Besonderes. Innen? Überraschend schick. Gedämpftes Licht, dunkle Ledersofas, eine Bar wie in einer guten Cocktaillounge. Es roch nach Sandelholz und irgendwas Blumigem. Kein billiges Parfüm. Keine Desinfektionsmittel. Einfach... angenehm.
An der Rezeption war eine freundliche Frau um die Fünfzig. "Erstes Mal hier?" Sie hat es sofort gemerkt. Vielleicht weil wir uns wie Schulkinder benommen haben. Sie hat uns eine Tour angeboten. Wir haben ja gesagt.
Die Tour war Gold wert. Sie hat uns alles erklärt. Hier die Bar, hier der Tanzbereich, hier die Umkleiden. Und dann: die Spielbereiche. Einige Türen offen, andere geschlossen. "Geschlossene Tür heißt privat", erklärte sie. "Offene Tür heißt, Zuschauer sind willkommen."
Und dann der Satz, den ich nicht vergessen werde: "Alles kann, nichts muss." Das ist wohl so etwas wie das Motto hier. Sie betonte es dreimal. Dieser Satz sollte unseren ersten Swingerclub-Besuch prägen.
Die Social Hour: Unser erster Eindruck vom Swingerclub
Die ersten zwei Stunden verbrachten wir an der Bar. Cocktails trinken. Leute beobachten. Und dabei feststellen, wie... normal alle aussahen. Keine Models. Keine Pornostars. Menschen wie du und ich. Ein Mann neben uns erzählte von seinem Garten.
Ich musste mir das Lachen verkneifen. Wir stehen in einem Swingerclub und der Typ redet über Tomaten. Aber genau das hat es irgendwie... normal gemacht.
Ein Paar kam auf uns zu. Marie und Thomas, beide Mitte Vierzig. "Erstes Mal?" fragte Marie. Als wir nickten, lächelte sie. "Bei uns war das auch so. Als Swingerclub-Paar mit Erfahrung haben wir bei den ersten drei Besuchen nur geschaut." Das hat mir den Druck genommen.
Was mich überrascht hat: Es wurde getanzt. Gelacht. Geflirtet, klar. Aber alles entspannt. Kein Druck. Als jemand uns fragte, worauf wir Lust hätten, und wir sagten "Nur schauen heute", war die Reaktion ein freundliches "Absolut verständlich."
Viele Erstbesucher verbringen ihren ganzen Abend damit, die Atmosphäre aufzunehmen. Ohne Druck mitzumachen. Genau das haben wir auch gemacht.
Was wir beobachtet haben
Irgendwann trauten wir uns in Richtung der Spielbereiche. Wir sind nicht reingegangen. Haben von der Tür aus geschaut.
Das erste, was mir auffiel: Vielfalt. Körper in allen Formen. Altersgruppen von Ende Zwanzig bis Ende Fünfzig. Niemand sah aus wie aus einem Hochglanzmagazin. Im Swingerclub kann jeder er selbst sein ohne verurteilende Blicke.
Das zweite: Der Respekt. Ein Mann fragte ein Paar etwas. Das Paar schüttelte den Kopf. Der Mann nickte, lächelte und ging weiter. Kein Drama. Kein Nachbohren. Ein Nein war ein Nein.
Ich hab gelesen, dass 90% aller Begegnungen einvernehmlich sind. An dem Abend hab ich verstanden, warum diese Zahl so hoch ist. Voyeurismus ist völlig akzeptiert, aber nur mit Einverständnis.
Was wir an dem Abend nicht gemacht haben
Wir haben an dem Abend mit niemandem außer uns selbst etwas gemacht. Kein Soft Swap, kein Full Swap, nichtmal Flirten über die Basics hinaus. Wir haben beobachtet, getrunken, getanzt, geredet.
Und das war vollkommen okay.
Niemand hat uns komisch angeschaut. Niemand hat Druck gemacht. Als wir gegen 2 Uhr morgens gingen, waren wir überrascht, wie lange wir geblieben waren. Die Zeit war verflogen.
Performance-Angst entsteht durch überhöhte Erwartungen. Aber niemand erwartet Pornoperformances. Schon gar nicht beim ersten Mal. Swingerclub-Anfänger werden genau so behandelt wie alle anderen: mit Respekt.
Der Moment, der alles verändert hat
Gegen Mitternacht war meine Hand plötzlich entspannt. Ich hatte nicht mal gemerkt, dass ich die ganze Zeit meine Faust geballt hatte. Lisa lachte über irgendeinen Witz. Ich schaute mich um. Niemand beurteilt mich hier. Niemand findet es seltsam, dass wir neugierig auf mehr sind.
Ich hätte nicht erklären können, wer ich in diesen vier, fünf Stunden geworden war. Nicht eine andere Person. Nur eine Version von mir, die ich vorher nicht kannte. Eine, die entspannter war. Offener. Das Gefühl, in einem Raum zu sein, wo Wünsche normal sind.
Nach dem ersten Besuch: Unsere Reflexion
Im Auto saßen wir erst mal nur schweigend. Dann fing Lisa an: "Das war..." Sie suchte nach Worten. Ich auch. Wir haben dann eine Stunde lang geredet. Nicht geplant. Die Worte kamen einfach.
Was hat dich überrascht? Was hat dir gefallen? Was nicht?
Lisa: "Ich dachte, es wäre bedrohlich. War es nicht."
Ich: "Ich dachte, ich würde eifersüchtig werden. Wir haben ja nichtmal was gemacht und ich hab schon Szenarien im Kopf gehabt."
Wir haben auch über unsere Grenzen geredet. Was wäre okay für einen zweiten Besuch? Was definitiv nicht?
Swingen funktioniert für bereits stabile Paare. Es rettet keine kaputte Beziehung. Aber es kann eine gute Beziehung bereichern. In unserer Beziehung hat es vor allem eines bewirkt: Wir reden offener. Über alles.
Unsere Tipps für den ersten Besuch im Swingerclub
Wenn ihr euren ersten Besuch im Swingerclub plant, hier unsere wichtigsten Tipps für Swingerclub-Anfänger:
Erwartungen runterfahren. Ihr müsst nichts tun. Echt nicht. Schaut euch um. Trinkt was. Redet mit Leuten. Mehr braucht es nicht.
Vorher richtig reden. Und zwar wirklich. Was ist okay? Was nicht? Was passiert, wenn einer von euch gehen will? Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie man schwierige Beziehungsgespräche führt, hilft unser Kommunikationsguide für Paare.
Die Nervosität ist normal. Wir waren nicht die einzigen Neuen an dem Abend. Mindestens drei andere Paare haben das gleiche gesagt.
Swingerclub-Regeln respektieren. "Alles kann, nichts muss" ist keine leere Phrase. Die Community lebt das wirklich.
Ich hab gelesen, dass 75% der Swinger von verbesserter Kommunikation mit ihren Partnern berichten. Ob ihr nun öfter geht oder es bei einem Besuch bleibt: Die Gespräche davor und danach bringen euch näher.
Würden wir wieder hingehen?
Ja. Sind wir auch. Beim zweiten Mal waren wir weniger nervös. Beim dritten haben wir tatsächlich mal mit einem anderen Paar geflirtet. Mehr nicht. Aber das ist okay.
Für uns war der erste Besuch im Swingerclub kein Sprung ins kalte Wasser. Es war eher ein vorsichtiges Eintauchen. Unsere Swingerclub-Erfahrung war sanft, respektvoll und aufregend zugleich. Zeh für Zeh. Und das ist der beste Weg, wie ich finde.
Manche Paare gehen regelmäßig in lokale Clubs, andere planen einen Swinger-Urlaub in einem Lifestyle-Resort für ein intensiveres Erlebnis.
Du überlegst, es selbst auszuprobieren? Dann nimm dir Zeit. Rede mit deinem Partner. Und wenn ihr dann da seid: Atmet durch. Schaut euch um. Und lasst euch überraschen.
Viele Paare nutzen Plattformen wie SparkChambers mit speziellen Profilen für Paare, um vorher Gleichgesinnte kennenzulernen und sich auszutauschen. Wenn du dich durch diese Geschichte ermutigt fühlst, lies auch andere persönliche Erfahrungsberichte von Menschen, die ihre Fantasien erkundet haben.
Häufig gestellte Fragen
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