Liebe kennt viele Formen. Während die klassische Zweierbeziehung für viele Menschen das Ideal darstellt, entdecken immer mehr Menschen alternative Wege, Beziehungen zu leben. Konsensuelle Nicht-Monogamie, kurz CNM, beschreibt dabei alle Beziehungsformen, bei denen Partner einvernehmlich vereinbart haben, romantische oder sexuelle Verbindungen mit mehreren Menschen einzugehen.
Das Besondere daran: Es geht nicht um Heimlichkeit oder Betrug. Konsensuelle Nicht-Monogamie, auch bekannt als ethische Nicht-Monogamie (ENM), basiert auf Ehrlichkeit, offener Kommunikation und dem gegenseitigen Einverständnis aller Beteiligten. In diesem ausführlichen Guide erfährst du alles über die verschiedenen Formen der Nicht-Monogamie. Du lernst, wie du herausfindest, ob dieser Weg zu dir passt. Außerdem zeigen wir dir, wie du mit deinem Partner darüber sprechen kannst.
Was ist konsensuelle Nicht-Monogamie?
Konsensuelle Nicht-Monogamie (CNM), auch ethische Nicht-Monogamie (ENM) genannt, bezeichnet Beziehungsmodelle, bei denen alle Beteiligten einvernehmlich vereinbart haben, romantische oder sexuelle Beziehungen mit mehreren Menschen zu führen. Der entscheidende Unterschied zu Fremdgehen: Bei CNM wissen alle Partner voneinander und stimmen der Vereinbarung aktiv zu.
Der Begriff "konsensuell" ist dabei zentral. Er bedeutet, dass niemand überrumpelt, getäuscht oder unter Druck gesetzt wird. Jede beteiligte Person hat die Möglichkeit, ihre Grenzen zu setzen und diese jederzeit anzupassen. Diese Transparenz und Offenheit unterscheidet CNM klar von Affären oder heimlichen Seitensprüngen.
Der Unterschied zu Fremdgehen
Bei Fremdgehen fehlt das Einverständnis des Partners. Es wird gelogen, verheimlicht und Vertrauen gebrochen. Eine Meta-Analyse von 2025 mit fast 25.000 Teilnehmern zeigt, dass konsensuelle nicht-monogame Beziehungen ähnlich stabil sein können wie monogame. Beziehungen nach Fremdgehen scheitern hingegen deutlich häufiger. Der Unterschied liegt nicht in der Anzahl der Partner, sondern in der Ehrlichkeit.
Warum wählen Menschen CNM?
Die Gründe sind vielfältig. Manche Menschen empfinden romantische oder sexuelle Anziehung zu mehreren Personen gleichzeitig. Sie möchten diese Gefühle nicht unterdrücken. Andere schätzen die persönliche Freiheit und das Vertrauen, das CNM-Beziehungen auszeichnet. Laut einer Erhebung der Match Singles in America haben bereits 31% der Singles in Amerika konsensuelle Nicht-Monogamie ausprobiert. Wieder andere entdecken durch konsensuelle Nicht-Monogamie neue Seiten an sich selbst und ihrer Sexualität. Für Paare kann die Öffnung der Beziehung auch bedeuten, gemeinsam neue Erfahrungen zu machen und die Partnerschaft zu bereichern.
Die verschiedenen Formen der konsensuellen Nicht-Monogamie
Konsensuelle Nicht-Monogamie ist kein einheitliches Konzept. Es gibt verschiedene Beziehungsmodelle, die sich in ihren Regeln und Schwerpunkten unterscheiden. Hier sind die wichtigsten Formen im Überblick:
- Offene Beziehung: Sexuelle Freiheit bei emotionaler Exklusivität
- Polyamorie: Mehrere emotionale Liebesbeziehungen gleichzeitig
- Swinging: Gemeinsamer oder getrennter Partnertausch
- Beziehungsanarchie: Ablehnung von Hierarchien und Kategorien
- Polyfidelität: Geschlossene Beziehung mit drei oder mehr Partnern
- Solo-Polyamorie: Mehrere Beziehungen ohne Hauptpartner
Offene Beziehung
Eine offene Beziehung bezeichnet typischerweise eine Partnerschaft, in der beide Partner sexuelle Kontakte mit anderen Menschen haben dürfen. Die emotionale Bindung bleibt dabei exklusiv. Die Hauptbeziehung steht im Mittelpunkt, zusätzliche Kontakte sind primär sexueller Natur.
Merkmale:
Emotionale Exklusivität mit dem Hauptpartner
Sexuelle Freiheit nach vereinbarten Regeln
Klare Hierarchie: Die Primärbeziehung hat Vorrang vor Sekundärbeziehungen
Oft zeitlich begrenzte Begegnungen mit anderen
Eine offene Beziehung eignet sich für Paare, die sexuelle Abwechslung suchen, aber keine weiteren emotionalen Bindungen eingehen möchten. Die offene Beziehung Regeln sollten dabei vorab klar besprochen werden. Wichtige offene Beziehung Regeln umfassen Absprachen zu Safer Sex, emotionalen Grenzen und Kommunikation. Diese Regeln werden individuell zwischen den Partnern vereinbart.
Polyamorie
Polyamorie, aus dem Griechischen "poly" (viele) und dem Lateinischen "amor" (Liebe), beschreibt die Fähigkeit und den Wunsch, mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben. Im Gegensatz zur offenen Beziehung geht es bei einer Polyamorie Beziehung explizit um emotionale Verbindungen, nicht nur um Sex.
Merkmale:
Mehrere gleichwertige oder hierarchische Liebesbeziehungen
Emotionale Bindungen zu verschiedenen Partnern erwünscht
Langfristige, tiefgehende Verbindungen
Erfordert hohes Maß an Kommunikation und Zeitmanagement
Menschen in polyamoren Beziehungen sprechen oft von ihrem "Polykül". Ein Polykül ist ein Netzwerk aus miteinander verbundenen Beziehungen. Die Struktur eines Polyküls kann sehr unterschiedlich aussehen, abhängig von den individuellen Bedürfnissen der Beteiligten. Ein Polykül kann verschiedene Formen annehmen. Die V-Form bedeutet, dass eine Person zwei Partner hat, die nicht miteinander romantisch verbunden sind. Es gibt auch komplexere Netzwerke mit mehreren Verzweigungen.
Swinging
Swinging bezeichnet die Praxis, bei der Paare gemeinsam oder getrennt sexuelle Aktivitäten mit anderen Paaren oder Einzelpersonen erleben. Im Gegensatz zur offenen Beziehung geschieht Swinging oft als Paaraktivität.
Merkmale:
Sexueller Austausch zwischen Paaren
Emotionale Verbindungen typischerweise nicht gewünscht
Oft in organisierten Umgebungen (Swingerclubs, Events)
Das Paar erlebt gemeinsam oder berichtet einander
Swingen kann vom "Soft Swap" (alles außer Geschlechtsverkehr) bis zum "Full Swap" (voller Partnertausch) reichen. Viele Paare beginnen mit sanfteren Varianten und erweitern ihre Grenzen mit der Zeit. Events für Gleichgesinnte können ein guter Einstieg sein.
Beziehungsanarchie
Beziehungsanarchie lehnt gesellschaftliche Normen und Hierarchien in Beziehungen ab. Es gibt keine vordefinierten Kategorien wie "Freundschaft" oder "Liebesbeziehung". Jede Verbindung wird individuell definiert.
Merkmale:
Keine festen Kategorien oder Hierarchien
Jede Beziehung wird einzigartig gestaltet
Ablehnung von gesellschaftlichen Beziehungsnormen
Fokus auf individuelle Vereinbarungen statt Regeln
Beziehungsanarchisten betonen, dass keine Beziehung automatisch wichtiger ist als eine andere. Eine tiefe Freundschaft kann genauso wertvoll sein wie eine romantische Partnerschaft.
Polyfidelität
Polyfidelität beschreibt eine geschlossene Mehrpersonenbeziehung. Drei oder mehr Menschen führen eine exklusive Beziehung miteinander, ohne weitere Partner außerhalb dieser Gruppe. Diese Form der konsensuellen Nicht-Monogamie kombiniert Aspekte von Treue mit Mehrfachbeziehungen.
Merkmale:
Exklusive Gruppe von drei oder mehr Partnern
Sexuelle und emotionale Treue innerhalb der Gruppe
Geschlossene Beziehung, keine weiteren Partner
Oft langfristig angelegt
Ein klassisches Beispiel ist die "Triade", eine Beziehung zwischen drei Menschen, die alle miteinander romantisch verbunden sind.
Solo-Polyamorie
Solo-Polyamorie beschreibt Menschen, die mehrere Beziehungen führen, aber ihre persönliche Unabhängigkeit und Autonomie besonders schätzen. Sie betrachten sich selbst als ihre "Primärbeziehung".
Merkmale:
Mehrere Beziehungen ohne Hauptpartner
Hoher Wert auf persönliche Unabhängigkeit
Oft kein Zusammenleben oder gemeinsame Finanzen
Keine "Beziehungsleiter" oder Hierarchie
Solo-Polyamore leben häufig allein und gestalten jede Beziehung individuell, ohne dass eine automatisch Vorrang hat.
Konsensuelle Nicht-Monogamie vs. Monogamie: Ein Vergleich
Im direkten Vergleich zeigt diese Übersicht die Hauptunterschiede zwischen Monogamie und konsensueller Nicht-Monogamie:
| Aspekt | Monogamie | Konsensuelle Nicht-Monogamie |
|---|---|---|
| Exklusivität | Emotionale und sexuelle Exklusivität | Vereinbarte Offenheit für weitere Verbindungen |
| Kommunikation | Oft implizite Annahmen | Explizite Absprachen notwendig |
| Zeitmanagement | Fokus auf einen Partner | Balancieren mehrerer Beziehungen |
| Eifersucht | Kann auftreten, wird oft vermieden | Wird aktiv bearbeitet und reflektiert |
| Gesellschaftliche Akzeptanz | Hohe Akzeptanz | Wachsende, aber noch eingeschränkte Akzeptanz |
| Beziehungszufriedenheit | Variiert individuell | Studien zeigen vergleichbare Zufriedenheit |
Eine umfassende Meta-Analyse von fast 25.000 Teilnehmern zeigt, dass Menschen in konsensuell nicht-monogamen Beziehungen vergleichbare Zufriedenheitswerte berichten wie monogame Paare. Die Frage ist nicht, welches Beziehungsmodell "besser" ist, sondern welches zu deinen persönlichen Werten und Bedürfnissen passt.
Wann funktioniert CNM besonders gut?
Wenn beide Partner es wirklich wollen (nicht als "Rettung" für Beziehungsprobleme)
Bei starker Kommunikationsfähigkeit und emotionaler Intelligenz
Wenn genügend Zeit und Energie für mehrere Beziehungen vorhanden ist
Bei hoher Selbstreflexion und Bereitschaft zur persönlichen Entwicklung
Wann ist Vorsicht geboten?
Wenn CNM als Lösung für bestehende Beziehungsprobleme dienen soll
Bei starker Eifersucht, die noch nicht bearbeitet wurde
Wenn ein Partner es nur dem anderen zuliebe macht
Bei fehlendem Vertrauen in der Primärbeziehung
Ist konsensuelle Nicht-Monogamie das Richtige für mich?
Bevor du dich auf konsensuelle Nicht-Monogamie oder alternative Beziehungsmodelle einlässt, ist ehrliche Selbstreflexion wichtig. Diese Fragen können dir bei der Entscheidung helfen:
Selbstreflexionsfragen
Motivation prüfen: Warum interessierst du dich für CNM? Geht es um echtes Interesse an mehreren Verbindungen oder um Flucht vor Problemen in deiner aktuellen Beziehung?
Eifersucht einschätzen: Wie gehst du aktuell mit Eifersucht um? Kannst du dir vorstellen, deinen Partner mit jemand anderem zu teilen?
Kommunikationsfähigkeit: Bist du bereit, offen und ehrlich über Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen zu sprechen, auch wenn es unangenehm wird?
Zeit und Energie: Hast du die Ressourcen, mehrere Beziehungen zu pflegen, ohne dass jemand zu kurz kommt?
Soziales Umfeld: Wie würdest du mit möglichen negativen Reaktionen von Familie oder Freunden umgehen?
Persönlichkeitsmerkmale, die CNM erleichtern
Hohe emotionale Intelligenz: Die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle zu erkennen und zu verarbeiten
Gute Kommunikationsfähigkeiten: Offen über schwierige Themen sprechen können
Flexibilität: Bereitschaft, Vereinbarungen anzupassen, wenn sich Situationen ändern
Selbstsicherheit: Ein stabiles Selbstwertgefühl, das nicht von einem Partner abhängt
Zeitmanagement: Die Fähigkeit, mehrere Beziehungen fair zu balancieren
Warnsignale beachten
Konsensuelle Nicht-Monogamie ist möglicherweise nicht der richtige Weg, wenn:
Du hoffst, dass es bestehende Beziehungsprobleme löst
Du es nur machst, um deinen Partner nicht zu verlieren
Du unter starker Eifersucht leidest und diese nicht bearbeiten möchtest
Du dich von gesellschaftlichem Druck oder Trends treiben lässt
Du keine Zeit hast, zusätzliche Beziehungen angemessen zu pflegen
Mit dem Partner über konsensuelle Nicht-Monogamie sprechen
Das Gespräch über konsensuelle Nicht-Monogamie kann einschüchternd sein. Hier sind Strategien für einen konstruktiven Dialog:
Schritt 1: Vorbereitung
Bevor du das Gespräch suchst:
Informiere dich: Lies über verschiedene CNM-Formen und überlege, was dich anspricht
Kläre deine Motivation: Warum möchtest du darüber sprechen? Was erhoffst du dir?
Wähle den richtigen Zeitpunkt: Nicht im Streit, nicht beim Sex, nicht unter Zeitdruck
Bereite dich auf verschiedene Reaktionen vor: Dein Partner könnte interessiert, überrascht oder ablehnend reagieren
Schritt 2: Das Gespräch führen
Gesprächseinstieg:
"Es gibt etwas, über das ich mit dir sprechen möchte. Es geht um unsere Beziehung und wie wir sie gestalten. Ich habe in letzter Zeit über verschiedene Beziehungsmodelle nachgedacht und würde gerne deine Gedanken dazu hören."
Wichtige Grundsätze:
Sprich in Ich-Botschaften ("Ich habe mich gefragt..." statt "Du solltest...")
Höre aktiv zu und lass deinem Partner Zeit zum Verarbeiten
Dränge nicht auf sofortige Entscheidungen
Betone, dass es um gemeinsames Erkunden geht, nicht um ein Ultimatum
Schritt 3: Wenn der Partner ablehnt
Nicht jeder ist für CNM offen, und das ist völlig in Ordnung. Wenn dein Partner ablehnt:
Respektiere die Entscheidung ohne Druck auszuüben
Versuche zu verstehen, woher die Ablehnung kommt
Überlege, ob Monogamie für dich langfristig funktioniert
Erwäge, das Thema später erneut anzusprechen, wenn Interesse besteht
Akzeptiere, dass Kompromisse bei diesem Thema begrenzt sein können
Offene Beziehung Regeln: Absprachen in nicht-monogamen Beziehungen
Erfolgreiche konsensuelle Nicht-Monogamie basiert auf klaren Vereinbarungen. Diese Themen solltest du mit deinem Partner besprechen:
Wichtige Themen zum Besprechen
Physische Grenzen:
Welche sexuellen Aktivitäten sind erlaubt?
Gibt es Praktiken, die exklusiv bleiben sollen?
Wie handhabt ihr Safer Sex und Verhütung?
Werden regelmäßige STI-Tests durchgeführt?
Mehr Informationen zu sicheren Praktiken findest du in unseren Sicherheitsrichtlinien.
Emotionale Grenzen:
Sind romantische Gefühle für andere erlaubt oder nur Sex?
Wie viel Zeit darf mit anderen verbracht werden?
Welche Aktivitäten sind "Dates" vorbehalten?
Kommunikation:
Wie viel wollt ihr voneinander wissen? Transparenz ist wichtig, aber jedes Paar definiert selbst, wie detailliert sie Informationen teilen möchten
Müsst ihr euch vor Treffen informieren?
Wie und wann besprecht ihr Erfahrungen?
Praktisches:
Wo finden Treffen statt? (Nicht im gemeinsamen Zuhause?)
Werden Partner einander vorgestellt?
Wie geht ihr mit gemeinsamen Bekannten um?
Vetorecht:
Einige Paare vereinbaren ein Vetorecht, bei dem ein Partner eine Verbindung des anderen ablehnen kann. Andere verzichten bewusst darauf, um die Autonomie jedes Partners zu wahren. Beide Ansätze sind gültig, solange alle Beteiligten zustimmen.
Grenzen setzen und respektieren
Grenzen sollten:
Klar formuliert sein, nicht vage oder interpretierbar
Realistisch sein und beide Partner berücksichtigen
Veränderbar sein, wenn sich Bedürfnisse entwickeln
Respektiert werden, ohne Ausnahmen oder Ausreden
Regeln anpassen mit der Zeit
Konsensuelle Nicht-Monogamie ist ein Lernprozess. Plane regelmäßige "Check-ins" ein, um:
Zu besprechen, was funktioniert und was nicht
Grenzen anzupassen, wenn sich Gefühle ändern
Neue Situationen zu adressieren, die aufkommen
Die Verbindung zueinander zu stärken
Eifersucht in der konsensuellen Nicht-Monogamie
Eifersucht ist eines der häufigsten Themen in CNM-Beziehungen. Die gute Nachricht: Sie ist normal und kann konstruktiv bearbeitet werden.
Warum Eifersucht normal ist
Eifersucht ist eine natürliche menschliche Emotion. Sie signalisiert, dass uns etwas wichtig ist. In einer Gesellschaft, die Monogamie als Norm propagiert, ist es verständlich, dass wir bei dem Gedanken, unseren Partner zu "teilen", Unbehagen empfinden.
Strategien zum Umgang mit Eifersucht
Gefühle anerkennen: Unterdrücke Eifersucht nicht. Benenne das Gefühl und erlaube dir, es zu fühlen.
Ursachen erforschen: Woher kommt die Eifersucht? Ist es Angst vor Verlust? Unsicherheit über den eigenen Wert? Vergangene Erfahrungen?
Kommunizieren: Teile deine Gefühle mit deinem Partner, ohne Vorwürfe zu machen. "Ich fühle mich unsicher, wenn..." statt "Du machst mich eifersüchtig."
Selbstfürsorge: Arbeite an deinem Selbstwertgefühl unabhängig von der Beziehung.
Grenzen anpassen: Wenn bestimmte Situationen zu viel Eifersucht auslösen, sprich darüber und finde gemeinsam Lösungen.
Compersion: Die Freude am Glück des Partners
Das Gegenteil von Eifersucht in der CNM-Welt heißt "Compersion". Es beschreibt das Gefühl der Freude, wenn der eigene Partner Glück mit jemand anderem erlebt. Forschung zeigt, dass Compersion und Eifersucht keine Gegensätze sind, sondern zwei getrennte Emotionen, die sogar gleichzeitig auftreten können. Compersion entwickelt sich oft mit der Zeit und durch positive Erfahrungen. Nicht jeder empfindet sie, und das ist okay. Wichtig ist, dass Eifersucht nicht unterdrückt, sondern bearbeitet wird.
Konsensuelle nicht-monogame Partner finden: Wo und wie?
Wenn du dich für konsensuelle Nicht-Monogamie oder ethische Nicht-Monogamie interessierst, fragst du dich vielleicht: Wo finde ich Gleichgesinnte?
Online-Plattformen
Spezialisierte Plattformen für offene Beziehungen und alternative Beziehungsmodelle bieten den Vorteil, dass alle Mitglieder ähnliche Interessen haben. Auf SparkChambers kannst du offen nach nicht-monogamen Partnern suchen und deine Beziehungspräferenzen im Profil angeben. Paar-Profile ermöglichen es Paaren, gemeinsam zu suchen.
Mainstream-Apps wie Tinder bieten mittlerweile auch Optionen für nicht-monogame Beziehungen. Allerdings ist die Akzeptanz dort gemischter.
Community und Events
Stammtische und Meetups: In vielen deutschen Städten gibt es regelmäßige Treffen für polyamore oder nicht-monogame Menschen
Workshops und Vorträge: Beziehungsberater und Therapeuten bieten Veranstaltungen zu CNM-Themen an
Online-Communities: Foren und Gruppen bieten Austausch und Unterstützung
Events für Gleichgesinnte: Spezielle Veranstaltungen für offene und polyamore Menschen
Tipps für die Partnersuche
Sei transparent über deine Beziehungsform von Anfang an
Stelle sicher, dass potenzielle Partner CNM verstehen und akzeptieren
Nimm dir Zeit, Menschen kennenzulernen, bevor du dich auf etwas einlässt
Achte auf verifizierte Profile, um authentische Verbindungen zu finden
Häufige Fehler bei konsensueller Nicht-Monogamie vermeiden
Die häufigsten Stolpersteine
Ohne klare Absprachen starten: CNM ohne Regeln führt fast immer zu Verletzungen.
CNM als Beziehungsrettung: Wenn die Grundbeziehung kriselt, wird CNM die Probleme nicht lösen, sondern verstärken.
Einen Partner überreden: Konsensuelle Nicht-Monogamie funktioniert nur, wenn alle wirklich einverstanden sind, nicht nur zähneknirschend.
Eifersucht ignorieren: Verdrängte Eifersucht explodiert irgendwann. Besser frühzeitig ansprechen.
Die Primärbeziehung vernachlässigen: Bei all den neuen Verbindungen die bestehende Partnerschaft nicht vergessen.
Zu schnell zu viel: Langsam anfangen erlaubt, Erfahrungen zu verarbeiten und Grenzen anzupassen.
Mangelnde Kommunikation: Regelmäßige Check-ins sind essenziell, auch wenn gerade "alles gut läuft".
Aus Erfahrungen lernen
Viele Menschen in CNM-Beziehungen berichten, dass die ersten Monate eine Lernkurve sind. Fehler passieren, und das ist okay. Wichtig ist:
Aus Fehlern lernen statt Schuld zuweisen
Offen über schwierige Erfahrungen sprechen
Bereitschaft, Vereinbarungen anzupassen
Professionelle Hilfe suchen, wenn nötig
Konsensuelle Nicht-Monogamie in Deutschland 2026
Gesellschaftliche Akzeptanz
Die Akzeptanz für alternative Beziehungsmodelle wächst in Deutschland stetig. Besonders bei jüngeren Generationen ist die Offenheit größer. Eine Erhebung aus 2012 zeigte bereits, dass etwa 4% der amerikanischen Bevölkerung in offenen Beziehungen lebten, eine Zahl, die heute deutlich höher liegt. Dennoch erleben viele Menschen in CNM-Beziehungen noch Vorurteile oder Unverständnis aus ihrem Umfeld.
Medial wird das Thema zunehmend neutral bis positiv behandelt. Prominente, die offen über ihre nicht-monogamen Beziehungen sprechen, tragen zur Normalisierung bei.
Rechtliche Aspekte
In Deutschland gibt es kein Gesetz, das konsensuelle Nicht-Monogamie verbietet. Allerdings sind einige Punkte zu beachten:
Ehe: Die Ehe ist rechtlich auf zwei Personen beschränkt. Polygamie (mehrere Ehen gleichzeitig) ist verboten.
Sorgerecht: Bei Kindern kann CNM in Sorgerechtsfragen thematisiert werden, ist aber kein automatischer Nachteil.
Arbeitsrecht: Rechtlich darf deine Beziehungsform keine Auswirkung auf dein Arbeitsverhältnis haben.
Ressourcen und Communities
Bücher: More Than Two von Franklin Veaux und Eve Rickert, The Ethical Slut von Dossie Easton und Janet Hardy
Podcasts: Verschiedene deutschsprachige Podcasts behandeln Polyamorie und CNM
Therapeuten: Einige Beziehungsberater in Deutschland sind auf CNM spezialisiert
Online: Foren, Subreddits und Facebook-Gruppen bieten Austausch mit Gleichgesinnten
Auf dem SparkChambers Blog findest du außerdem regelmäßig neue Artikel zu Beziehungsthemen, Kommunikation und Dating-Tipps für alternative Beziehungsformen.
Fazit: Dein Weg zur nicht-monogamen Beziehung
Konsensuelle Nicht-Monogamie ist kein besseres oder schlechteres Beziehungsmodell als Monogamie. Es ist eine von vielen möglichen Beziehungsmodellen, die Menschen wählen können. CNM ist eine Alternative für Menschen, die sich von klassischen Beziehungsstrukturen nicht vollständig abgebildet fühlen. Der wichtigste Schritt ist Ehrlichkeit: mit dir selbst und deinen Partnern.
Wenn du dich für konsensuelle Nicht-Monogamie interessierst, nimm dir Zeit:
Informiere dich über die verschiedenen Formen
Reflektiere deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen
Kommuniziere offen mit deinem Partner
Beginne langsam und lerne aus Erfahrungen
Der Schlüssel zu jeder erfolgreichen Beziehung, ob monogam oder nicht, bleibt derselbe: Ehrlichkeit, Respekt und offene Kommunikation.
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Häufig gestellte Fragen
Dieser Artikel dient der Aufklärung und ermutigt zu offener Kommunikation in Beziehungen. SparkChambers ist eine kinky Dating-Plattform, auf der Menschen aller Beziehungsformen willkommen sind.