Dating App Sicherheit ist für Millionen Nutzer ein kritisches Thema. Ist Tinder sicher? Nach den Enth
üllungen der letzten Monate lautet die Antwort klar: Nein. Match Group, der Konzern hinter Tinder, Hinge und OkCupid, wusste das die ganze Zeit.
Seit 2016 führt Match Group eine interne Datenbank namens "Sentinel". Laut einer Fortune-Recherche wurden dort bis 2022 "Hunderte beunruhigende Vorfälle pro Woche" erfasst. Sexuelle Übergriffe, Vergewaltigungen, Drogenmissbrauch. Der Konzern wusste genau, welche Nutzer gefährlich waren.
Trotzdem durften diese Nutzer weiter swipen.
Das wirft ernste Fragen zur Dating App Sicherheit auf allen großen Plattformen auf.
Der Fall Stephen Matthews: 158 Jahre Haft, aber Jahre aktiv auf der Plattform
Dr. Stephen Matthews, ein Kardiologe aus Denver, traf seine Opfer über Tinder und Hinge. Zwischen 2019 und 2023 betäubte und vergewaltigte er elf Frauen. Tinder Sicherheit? Fehlanzeige.
Wie der Denver Post berichtete, wurde er im September 2020 gemeldet. Er blieb aktiv. Eine Überlebende wurde drei Monate nach ihrer Meldung erneut mit seinem unveränderten Profil gematcht.
Erst im Januar 2023 wurde er verhaftet. August 2024: 158 Jahre Gefängnis. Sechs seiner Opfer verklagen jetzt Match Group. Der Fall zeigt dramatisch, wie die Online Dating Gefahr durch unzureichende Schutzmaßnahmen verstärkt wird.
Was Sentinel wirklich ist und warum Dating App Sicherheit scheitert
Die Sentinel-Datenbank sollte eigentlich Nutzer schützen. Sie sammelt Berichte über Übergriffe plattformübergreifend. Tinder, Hinge, OkCupid, Plenty of Fish. Alles Match Group.
Aber hier liegt das Problem: Die Datenbank war nie dafür gedacht, Täter zu sperren. Sie erfasst sie nur. Eine Untersuchung von The Markup zeigte im Dezember 2025, dass gesperrte Nutzer problemlos neue Konten erstellen konnten. Mit identischem Namen, identischem Geburtstag, identischen Fotos.
Ein interner Match Group Mitarbeiter schrieb 2021: "Die Besessenheit mit Metriken ist frustrierend und potenziell gefährlich. Das ist nicht die Art, wie wir arbeiten sollten. Menschenleben sind in Gefahr."
Für effektive Dating App Sicherheit braucht es mehr als Datenerfassung. Es braucht Handeln.
Die Zahlen, die Match Group verschweigt: Online Dating Gefahr ist real
Dating App Sicherheit ist kein Randthema. Laut Forschung der Brigham Young University ereigneten sich 14 Prozent der 1.968 untersuchten Vergewaltigungen durch Bekannte bei ersten Treffen über Dating Apps.
Noch beunruhigender: Diese Übergriffe waren gewalttätiger als andere. In einem Drittel der Fälle kam es zu Würgen. Täter nutzen diese Apps gezielt als Jagdgründe für potenzielle Opfer.
Match Group hatte 2020 einen Transparenzbericht versprochen. Nie veröffentlicht. Der US-Kongress forderte Daten. Keine Antwort. Im Februar 2024 wurde dann das zentrale Sicherheitsteam entlassen und die Arbeit an Auftragnehmer im Ausland vergeben.
Die Frage "Ist Tinder gefährlich?" lässt sich mit diesen Fakten klar beantworten.
Grindr: Kein Einzelfall bei Dating App Verbrechen
Das Problem geht über Match Group hinaus. Wie NBC News berichtete, wurde Grindr verklagt, nachdem die 16-jährige Miranda Corsette Menschen über die App traf, die sie später entführten, folterten und ermordeten. Die Klage: 150 bis 600 Millionen Dollar. Der Vorwurf: keine wirksame Altersverifikation, obwohl die Technologie existiert.
Dating App Verbrechen sind kein Einzelfall, sondern ein systematisches Problem der Branche.
Was dieser Skandal für Dating App Sicherheit bedeutet
Die üblichen Tipps kennst du. Triff dich an öffentlichen Orten, sag Freunden Bescheid, mach vorher einen Videocall. Die sind wichtig.
Aber sie sollten nicht nötig sein. Nicht in diesem Ausmaß. Plattformen, die Milliarden verdienen, haben die Daten und Ressourcen, um bekannte Täter von ihren Nutzern fernzuhalten. Sie entscheiden sich dagegen.
Wie ProPublica berichtete, hat "keine Dating-Seite ein Team, das sich ausschließlich mit dem Risiko sexueller Übergriffe befasst". Die gesamte Last der Prävention liegt bei den potenziellen Opfern.
Echter Fortschritt bei Dating App Sicherheit erfordert nicht nur Versprechen. Er erfordert Transparenz, echte Verifizierung und konsequentes Handeln gegen gemeldete Täter.
Bei SparkChambers setzen wir auf menschliche Moderation, Verifizierungssysteme und transparente Sicherheitsrichtlinien. Weil Nutzer mehr verdienen als leere Versprechen.
Das System ist kaputt. Und Match Group weiß es seit 2016.