Fast 25.000 Menschen. 35 Studien. Sechs Länder. Und ein Ergebnis, das wahrscheinlich einige überrascht.
Wie oft hast du gehört: "Offene Beziehungen funktionieren nie wirklich"? Oder: "Wenn du mehrere Partner hast, kann das nicht so erfüllend sein"? Eine neue Meta-Analyse im Journal of Sex Research zeigt: Das stimmt nicht. Menschen in offenen Beziehungen sind genauso zufrieden wie monogam lebende Paare. Kein statistischer Unterschied. Nicht bei der Beziehungsqualität, nicht bei der sexuellen Zufriedenheit, nicht beim Vertrauen.
Was die Studie über offene Beziehungen herausfand
Joel Anderson und sein Team von der La Trobe University haben 24.489 Menschen befragt. Singles, Paare, Polyamorie-Konstellationen, Swinger, "monogamish" Arrangements. Die komplette Bandbreite nicht-monogamer Beziehungsformen gegen klassische Monogamie.
Das Ergebnis überrascht: Kein messbarer Unterschied in der Beziehungszufriedenheit. Nicht bei heterosexuellen Paaren, nicht bei LGBTQ+ Paaren. Nicht beim Vertrauen, nicht bei der Intimität, nicht beim Commitment. Die Zahlen sind eindeutig. Das Beziehungsmodell selbst macht den Unterschied nicht aus.
Was Anderson daraus schließt? In The Conversation schreibt er: Zufriedenheit hängt nicht von Exklusivität ab. Sie hängt davon ab, ob Partner sich gesehen, unterstützt und in ihren Werten übereinstimmend fühlen. Klingt simpel. Ist aber ein direkter Widerspruch zu dem, was viele von uns gehört haben. Dass Monogamie der "richtige" oder "natürliche" Weg ist.
Offene Beziehungen in Zahlen
Hier wird es interessant: Offene Beziehungen sind kein Nischenthema mehr. 21,2% der US-Amerikaner haben irgendwann in ihrem Leben eine einvernehmlich nicht-monogame Beziehung erlebt. Mehr als jeder Fünfte. Das sind nicht "die anderen". Das sind deine Nachbarn, deine Kollegen, vielleicht Leute in deinem Freundeskreis, die einfach nicht darüber reden.
Aktuell leben 4 bis 5% der US-Bevölkerung in solchen Partnerschaften. Das klingt nach wenig. Aber das sind etwa 13 bis 16 Millionen Menschen in den USA allein. Keine kleine Randgruppe.
Besonders jüngere Generationen sind offener: 68% der Generation Z würden nicht-monogame Beziehungen in Betracht ziehen. Bei Millennials 64%. Bei Babyboomern 43%.
Die Verschiebung ist deutlich. Jüngere Menschen wachsen mit der Idee auf, dass es verschiedene gültige Wege gibt, Beziehungen zu gestalten. Das ist kein Werteverfall. Das ist eine Erweiterung dessen, was als normal gilt.
Was das für deine Beziehung bedeutet
Die Studie sagt nicht: "Offene Beziehungen sind besser." Sie sagt: "Beide können funktionieren."
Die entscheidende Frage ist nicht: "Monogam oder offen?" Die Frage ist: "Was passt zu uns? Und sind wir beide ehrlich darüber?"
Das unterscheidet funktionierende nicht-monogame Beziehungen von Untreue: Einvernehmlichkeit. Kommunikation. Transparenz. Wenn alle Beteiligten wissen, was läuft, und damit einverstanden sind, ist das kein Betrug. Das ist eine bewusste Entscheidung, wie man Beziehung gestaltet.
Plattformen, die sichere und offene Kommunikation fördern, helfen dabei, diese Grundlagen zu schaffen.
Ein wichtiger Kontext: Amy Moors von der Chapman University hat dokumentiert, wie stark das gesellschaftliche Stigma gegen nicht-monogame Beziehungen ist. Und genau dieses Stigma, nicht die Beziehungsform selbst, kann die Beziehungsqualität von Menschen in offenen Beziehungen beeinträchtigen.
Mit anderen Worten: Wenn deine offene Beziehung schwierig ist, könnte das Problem nicht die Offenheit sein. Sondern der ständige Druck von außen, die Rechtfertigungen, das Versteckenmüssen.
Wie geht man eine offene Beziehung an?
Offene Beziehungen brauchen klare Vereinbarungen. Hier sind die wichtigsten Schritte:
Ehrliche Gespräche führen: Was wünscht sich jeder? Was sind die Grenzen? Welche Ängste gibt es?
Regeln gemeinsam festlegen: Was ist erlaubt? Was nicht? Wie wird über neue Kontakte kommuniziert?
Regelmäßig einchecken: Gefühle ändern sich. Regeln können angepasst werden. Wichtig ist, darüber zu sprechen.
Plattformen wie SparkChambers unterstützen diese Vielfalt mit Features wie Profilen für Paare, die unterschiedliche Beziehungsmodelle abbilden.
Der wissenschaftliche Kontext
Die Studie reiht sich in wachsende Forschung ein, die alternative Beziehungsmodelle untersucht. Terri Conley von der University of Michigan hatte bereits früher ähnliche Ergebnisse veröffentlicht: wenig Unterschiede in der Beziehungsqualität zwischen monogamen und nicht-monogamen Partnerschaften.
Egal, ob du monogam lebst, in einer offenen Beziehung bist, oder gerade überlegst, was für dich passt: Die Forschung zeigt, dass dein Weg gültig ist.
Auf SparkChambers findest du Menschen, die verstehen, dass Beziehungen nicht in eine einzige Form passen müssen. Und die offen darüber sprechen, was sie wirklich wollen.