Eifersucht in offenen Beziehungen: 5 Strategien für den Umgang
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Eifersucht in offenen Beziehungen: 5 Strategien für den Umgang

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SparkChambers Redaktion Unser Team von Beziehungsexperten
4 Min. Lesezeit

Meine Freundin Laura hat mir neulich erzählt, wie sie reagiert hat, als ihr Partner das erste Mal von einem Date heimkam. Sie saß auf dem Sofa, starrte die Wand an und dachte: Was stimmt mit mir nicht? Wir haben uns doch auf eine offene Beziehung geeinigt. Warum fühlt sich das jetzt so beschissen an?

Eifersucht in einer offenen Beziehung? Völlig normal. Laut Forschung der Universität Basel erleben auch Menschen in langjährigen polyamoren Beziehungen Eifersucht. Der Unterschied: Sie gehen anders damit um.

Die vier Eifersuchtsmuster, die du kennen solltest

Eifersucht ist nicht gleich Eifersucht. Bevor du irgendwas ändern kannst, musst du checken, woher das Gefühl überhaupt kommt.

Verlustangst: Du hast Angst, deinen Partner komplett zu verlieren. An jemand anderen. Für immer.

Misstrauen: Du fragst dich, ob dein Partner ehrlich ist. Ob die Absprachen wirklich eingehalten werden.

Ausgrenzungsgefühl: Du fühlst dich außen vor. Die haben was Besonderes, und du bist irgendwie nicht dabei.

Knappheitsdenken: Da ist nur begrenzt Zeit, Energie, Aufmerksamkeit. Wenn dein Partner das jemand anderem gibt, bleibt für dich weniger übrig.

Ich hab bei mir selbst gemerkt, dass es meistens das Knappheitsdenken ist. Vielleicht ist es bei dir anders.

5 Strategien gegen Eifersucht in offenen Beziehungen

1. Benenne, was du fühlst

Klingt banal. Ist es nicht. "Ich bin eifersüchtig" sagt nicht viel. Besser: "Ich hab Angst, dass du mich weniger liebst, wenn du mit X zusammen bist."

Je konkreter du bist, desto besser kann dein Partner damit arbeiten.

2. Nutze "Wenn du... dann fühle ich mich..."

Martha Kauppi, eine Therapeutin für nicht-monogame Beziehungen, empfiehlt laut Psychology Today einen simplen Satz: "Wenn ich mit dir zusammen bin, bin ich mit dir zusammen."

Klingt simpel. Hilft aber enorm bei Vergleichsgedanken.

3. Frag nach dem Minimum, nicht dem Maximum

Statt "Ich will, dass du nur einmal pro Woche andere siehst" probier mal: "Ich brauche einen festen Abend pro Woche, an dem wir garantiert nur wir beide sind."

Das erste kontrolliert den Partner. Das zweite sichert dein Bedürfnis.

4. Schreib's auf

Ehrlich gesagt? Ich hab angefangen, ein Tagebuch zu führen. Nicht für immer. Nur um zu sehen, wann die Eifersucht kommt und was sie auslöst. Nach drei Wochen war mir klar: Es ist immer der Freitagabend. Da fühl ich mich allein.

Wissen hilft. Dann kannst du gezielt was ändern.

5. Such dir Support außerhalb der Beziehung

Dein Partner kann dir nicht alles geben. Freunde, Community, vielleicht sogar eine Therapie. Es hilft, wenn du nicht alles mit der einen Person klären musst.

Kompersion: Musst du das können?

Kompersion ist das Gegenteil von Eifersucht. Du freust dich, wenn dein Partner glücklich ist, auch mit jemand anderem. Cosmopolitan beschreibt es als "Mitfreude".

Klingt toll. Aber hier ist die Wahrheit: Du musst das nicht fühlen, um eine offene Beziehung zu führen. Wirklich nicht. Manche entwickeln es mit der Zeit. Manche nie. Beides ist okay.

Wann du pausieren solltest

Manchmal ist Eifersucht in einer offenen Beziehung ein Signal, das du ernst nehmen solltest.

Wenn du ständig weinst. Wenn du nicht mehr schlafen kannst. Wenn du dich selbst nicht mehr erkennst. Dann ist es Zeit, einen Schritt zurückzugehen.

Eine Pause ist kein Scheitern. Manchmal braucht's mehr Fundament, bevor ihr weitergehen könnt.

Auf SparkChambers findest du andere, die ähnliche Erfahrungen machen. Austausch hilft manchmal mehr als jede Strategie.


Häufig gestellte Fragen

Absolut. Eifersucht in offenen Beziehungen ist völlig normal. Selbst Menschen, die seit Jahren polyamor leben, erleben sie regelmäßig. Der Unterschied ist nicht, dass sie keine Eifersucht fühlen. Sie haben gelernt, damit umzugehen, statt sie zu unterdrücken oder sich dafür zu schämen.

Kompersion beschreibt die Freude, die du empfindest, wenn dein Partner mit jemand anderem glücklich ist. So eine Art "Mitfreude". Nicht jeder kann oder muss das fühlen. Es ist kein Beweis dafür, dass du offene Beziehungen "richtig" machst.

Konkret werden. Nicht "Ich bin eifersüchtig", sondern "Wenn du freitags weg bist, fühle ich mich allein und unwichtig." Dann kann dein Partner verstehen, was du brauchst, statt nur zu hören, dass was falsch ist.

Wenn Eifersucht dein Leben beherrscht, du nicht schlafen kannst oder ständig weinst, such dir Unterstützung. Es gibt Therapeuten, die auf nicht-monogame Beziehungen spezialisiert sind. Das ist keine Schwäche.

Ganz loswerden? Wahrscheinlich nicht. Besser damit umgehen? Definitiv. Die meisten berichten, dass Eifersucht mit der Zeit weniger intensiv wird, wenn sie ihre Trigger kennen und offen kommunizieren.

Quellen & Referenzen

  1. 1 Forschung der Universität Basel
  2. 2 Psychology Today
  3. 3 Cosmopolitan