Meine Freundin Laura hat mir neulich erzählt, wie sie reagiert hat, als ihr Partner das erste Mal von einem Date heimkam. Sie saß auf dem Sofa, starrte die Wand an und dachte: Was stimmt mit mir nicht? Wir haben uns doch auf eine offene Beziehung geeinigt. Warum fühlt sich das jetzt so beschissen an?
Eifersucht in einer offenen Beziehung? Völlig normal. Laut Forschung der Universität Basel erleben auch Menschen in langjährigen polyamoren Beziehungen Eifersucht. Der Unterschied: Sie gehen anders damit um.
Die vier Eifersuchtsmuster, die du kennen solltest
Eifersucht ist nicht gleich Eifersucht. Bevor du irgendwas ändern kannst, musst du checken, woher das Gefühl überhaupt kommt.
Verlustangst: Du hast Angst, deinen Partner komplett zu verlieren. An jemand anderen. Für immer.
Misstrauen: Du fragst dich, ob dein Partner ehrlich ist. Ob die Absprachen wirklich eingehalten werden.
Ausgrenzungsgefühl: Du fühlst dich außen vor. Die haben was Besonderes, und du bist irgendwie nicht dabei.
Knappheitsdenken: Da ist nur begrenzt Zeit, Energie, Aufmerksamkeit. Wenn dein Partner das jemand anderem gibt, bleibt für dich weniger übrig.
Ich hab bei mir selbst gemerkt, dass es meistens das Knappheitsdenken ist. Vielleicht ist es bei dir anders.
5 Strategien gegen Eifersucht in offenen Beziehungen
1. Benenne, was du fühlst
Klingt banal. Ist es nicht. "Ich bin eifersüchtig" sagt nicht viel. Besser: "Ich hab Angst, dass du mich weniger liebst, wenn du mit X zusammen bist."
Je konkreter du bist, desto besser kann dein Partner damit arbeiten.
2. Nutze "Wenn du... dann fühle ich mich..."
Martha Kauppi, eine Therapeutin für nicht-monogame Beziehungen, empfiehlt laut Psychology Today einen simplen Satz: "Wenn ich mit dir zusammen bin, bin ich mit dir zusammen."
Klingt simpel. Hilft aber enorm bei Vergleichsgedanken.
3. Frag nach dem Minimum, nicht dem Maximum
Statt "Ich will, dass du nur einmal pro Woche andere siehst" probier mal: "Ich brauche einen festen Abend pro Woche, an dem wir garantiert nur wir beide sind."
Das erste kontrolliert den Partner. Das zweite sichert dein Bedürfnis.
4. Schreib's auf
Ehrlich gesagt? Ich hab angefangen, ein Tagebuch zu führen. Nicht für immer. Nur um zu sehen, wann die Eifersucht kommt und was sie auslöst. Nach drei Wochen war mir klar: Es ist immer der Freitagabend. Da fühl ich mich allein.
Wissen hilft. Dann kannst du gezielt was ändern.
5. Such dir Support außerhalb der Beziehung
Dein Partner kann dir nicht alles geben. Freunde, Community, vielleicht sogar eine Therapie. Es hilft, wenn du nicht alles mit der einen Person klären musst.
Kompersion: Musst du das können?
Kompersion ist das Gegenteil von Eifersucht. Du freust dich, wenn dein Partner glücklich ist, auch mit jemand anderem. Cosmopolitan beschreibt es als "Mitfreude".
Klingt toll. Aber hier ist die Wahrheit: Du musst das nicht fühlen, um eine offene Beziehung zu führen. Wirklich nicht. Manche entwickeln es mit der Zeit. Manche nie. Beides ist okay.
Wann du pausieren solltest
Manchmal ist Eifersucht in einer offenen Beziehung ein Signal, das du ernst nehmen solltest.
Wenn du ständig weinst. Wenn du nicht mehr schlafen kannst. Wenn du dich selbst nicht mehr erkennst. Dann ist es Zeit, einen Schritt zurückzugehen.
Eine Pause ist kein Scheitern. Manchmal braucht's mehr Fundament, bevor ihr weitergehen könnt.
Auf SparkChambers findest du andere, die ähnliche Erfahrungen machen. Austausch hilft manchmal mehr als jede Strategie.