90% der Singles fühlen sich süchtig nach Dating-Apps. Am Valentinstag 2024 verklagten sechs Nutzer Match Group in San Francisco. Sie alle waren Tinder süchtig geworden. Der Vorwurf: Tinder, Hinge und andere Dating-Apps wurden absichtlich süchtig machend gestaltet. Nicht um Liebe zu finden. Sondern um Geld zu verdienen.
Ich hab mir die Klage angeschaut. Alle 55 Seiten. Und dann die Forschung dahinter. Was ich gefunden hab? Erschreckend ist ein zu nettes Wort.
Warum macht Tinder so süchtig?
Die Match Group Klage behauptet, das Unternehmen nutzt "spielähnliche Design-Features", um Nutzer in eine endlose Pay-to-Play-Schleife gefangen zu halten.
Klingt nach Verschwörungstheorie, oder?
Ist es nicht. Die Wissenschaft dahinter ist solide. Dr. Helen Fisher, Biologin und Anthropologin, bringt es auf den Punkt: "Das Gehirn ist bereit, süchtig zu werden, besonders wenn es um Liebe geht."
Ob Tinder süchtig oder Hinge süchtig. Die Mechanismen sind identisch. Dating-Apps nutzen variable Belohnungspläne, dieselbe Technik die Spielautomaten so effektiv macht. Du weißt nie, wann das nächste Match kommt. Genau wie bei einem Slot-Machine.
Die Kulturanthropologin Natasha Dow Schüll erklärt: "Wenn man nicht weiß, was man bekommt und wann, führt das zu den hartnäckigsten Verhaltensweisen". Diese Tinder Manipulation ist kein Bug. Das ist das Feature.
Das Geschäftsmodell: Profit statt Partner
Hinge wirbt mit dem Slogan "designed to be deleted". Klingt schön. Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte.
2024: 3,5 Milliarden Dollar Umsatz. Tinder und Hinge machen über 70% davon aus.
Aber hier wird's weird: 2023 verlor Match Group 5% seiner zahlenden Abonnenten. Trotzdem 11% mehr Umsatz.
Weniger Nutzer. Mehr Geld. Lass das mal sacken.
Wenn die App wirklich helfen würde, Partner zu finden? Würde das Geschäftsmodell zusammenbrechen. Wer Tinder süchtig nutzt, zahlt länger und mehr.
Tinder süchtig: Die alarmierenden Zahlen
Stell dir vor: Fast 8 von 10 Menschen auf Dating-Apps fühlen sich ausgebrannt. Laut Forbes-Umfrage 2024 leiden 78% der amerikanischen Nutzer unter Burnout. Bei Frauen sind es 80%. Das nennt man Dating App Burnout. Und es wird immer schlimmer.
Noch krasser: 90% sagen, sie fühlen sich süchtig. 70% glauben, dass die App ihrer mentalen Gesundheit schadet. Nutzen sie trotzdem weiter.
Das ist nicht schwach. Das ist Design.
Eine große Studie mit 29 Untersuchungen zeigt den Zusammenhang zwischen Dating-Apps und psychischem Stress, Angst, Depression. In Deutschland sind über 2 Millionen Menschen allein auf Tinder (nur iOS). Viele davon sind Tinder süchtig, ohne es zu merken.
Die Forschung ist eindeutig: Besonders Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl werden abhängig. Zufall? Nein. Kalkül.
Was wurde aus der Match Group Klage?
Ende 2024 ordnete ein Bundesrichter an, dass der Fall in ein Schiedsverfahren gehen muss. Die Sammelklage wurde blockiert, weil die Nutzungsbedingungen das so vorsehen.
Match Group hat gewonnen. Rechtlich gesehen. Aber wer Tinder süchtig ist, hat verloren. Die Frage bleibt: Sind Dating-Apps wirklich dafür designt, dir zu helfen? Oder dafür, dich abhängig zu machen?
Die Match Group Klage ist vorbei. Aber die Apps laufen weiter. Und die Frage ist jetzt: Wo stehst du?
Bist du betroffen?
Frag dich mal:
Checkst du Dating-Apps, obwohl du gar nicht aktiv nach Dates suchst?
Fühlst du dich schlecht, wenn du länger nicht geswiped hast?
Nutzt du die Apps zur Ablenkung oder gegen Langeweile?
Stört die App-Nutzung deinen Alltag, Schlaf oder deine Konzentration?
Diese Zeichen deuten darauf hin, dass du möglicherweise Tinder süchtig nutzt.
Wenn du bei zwei oder mehr Punkten genickt hast, bist du nicht allein. Und nein, das heißt nicht, dass du "schwach" bist oder keine Selbstkontrolle hast.
Klinische Psychologen behandeln Dating App Sucht mittlerweile als psychisches Problem, ähnlich wie Glücksspielsucht. Das ist kein übertriebener Vergleich.
Plattformen mit verifizierten Profilen und transparenten Algorithmen können helfen, die Kontrolle zurückzugewinnen.
Es geht auch anders
Bei SparkChambers machen wir das bewusst anders. Keine künstlichen Like-Limits, die dich zur Kasse zwingen. Keine Algorithmen, die dich abhängig oder Tinder süchtig machen sollen. Transparenz statt Manipulation.
Wir sind selbst Teil der Community. Wir wissen, wie frustrierend Dating-Apps sein können. Und wir bauen, was wir uns selbst gewünscht hätten: Eine Plattform, die echte Verbindungen ermöglicht, statt dich endlos scrollen zu lassen. Mit klaren Richtlinien für gesunde Dating-Praktiken.