Verlustangst in offenen Beziehungen überwinden: Was wirklich hilft
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Verlustangst in offenen Beziehungen überwinden: Was wirklich hilft

SparkChambers
SparkChambers Redaktion Unser Team von Beziehungsexperten
14 Min. Lesezeit

Dein Partner sitzt gerade mit jemand anderem in einer Bar. Lacht wahrscheinlich. Vielleicht flirtet er. Und du? Du starrst auf dein Handy und wartest auf eine Nachricht, die nicht kommt.

Willkommen in der Welt der Verlustangst in offenen Beziehungen.

Ich hab mit dutzenden Menschen gesprochen, die genau das durchmachen. Die Ironie: Viele von ihnen haben die offene Beziehung selbst gewollt. Theoretisch klang alles logisch. Praktisch fühlt es sich an wie ein ständiger Kampf gegen die eigenen Gedanken.

Die gute Nachricht? Du bist nicht kaputt. Und du musst die offene Beziehung nicht aufgeben, nur weil die Angst manchmal überwältigt. Doch du kannst diese Verlustangst überwinden, es gibt einen Weg durch diese Gefühle, und genau darum geht es hier.

Was Verlustangst eigentlich ist (und was nicht)

Verlustangst ist mehr als "ein bisschen eifersüchtig sein". Es ist diese tiefe, körperliche Reaktion, wenn du denkst, du könntest jemanden verlieren, den du liebst. Herzrasen. Gedankenspiralen. Manchmal sogar Panikattacken. Eifersucht in offenen Beziehungen ist eng mit dieser Verlustangst verknüpft, doch es gibt wichtige Unterschiede.

Etwa 5% aller Erwachsenen erleben irgendwann im Leben eine klinische Trennungsangst, laut psychologischer Forschung. Aber die Dunkelziffer ist höher, weil viele ihre Symptome nicht als das erkennen, was sie sind.

Die Psychologie spricht von "ängstlichem Bindungsverhalten". Eric Hegmann, Paartherapeut aus Hamburg, beschreibt es so: "Verlustangst steht für ängstliches Bindungsverhalten. Liebe braucht zwei Dinge: Mut und Vertrauen. Diese beiden sind auch die Gegenmittel gegen Verlustangst." Forschungen der UC Davis zeigen, dass das Bindungssystem besonders bei Trennungen und Verlusten in Paarbeziehungen hochaktiv ist.

Das Problem: In monogamen Beziehungen kannst du die Angst oft verstecken oder kontrollieren. Du weißt ja, wo dein Partner ist. In offenen Beziehungen fällt diese Sicherheitsstruktur weg. Die Angst hat plötzlich sehr konkrete Auslöser.

Warum offene Beziehungen Verlustangst triggern können

Lass mich direkt sein: Offene Beziehungen sind kein Heilmittel für Beziehungsprobleme. Wenn du schon mit Verlustangst kämpfst, wird eine offene Beziehung diese Angst erstmal verstärken, nicht abschwächen.

Warum? Weil traditionelle Beziehungsstrukturen wie Sicherheitsnetze funktionieren. Du bist der einzige Partner. Es gibt klare Grenzen. Diese Grenzen geben Orientierung.

In offenen Beziehungen fallen viele dieser Sicherheiten weg:

Dein Partner verbringt Zeit mit anderen Menschen. Echte, intime Zeit. Er oder sie entwickelt vielleicht Gefühle für jemand anderen. Das ist nicht verboten, sondern Teil des Modells. Und du musst damit klarkommen, während gleichzeitig alle deine Kindheitswunden und Bindungsmuster ans Licht kommen. Die Angst, den Partner zu verlieren, wird plötzlich greifbar real.

Orit Krug, eine Polyamorie-Coachin, bringt es auf den Punkt: "Die meisten Formen der einvernehmlichen Nicht-Monogamie entfernen traditionelle Beziehungsstrukturen und legen dabei oft Kindheitswunden und Bindungsthemen offen."

Eine Frau beschrieb ihre Erfahrung in einem Interview so: "Die Eifersucht traf mich erst nach über einem Jahr offener Beziehung wie ein Vorschlaghammer. Aber anders als in monogamen Beziehungen war hier nicht das Ende. Nein, es war erst der Anfang. Der Vorschlaghammer riss Wände und Mauern nieder und legte emotionale Räume frei."

Das klingt dramatisch. Ist es auch. Aber genau hier liegt auch die Chance.

Die überraschende Gegenperspektive: Wie offene Beziehungen heilen können

Jetzt kommt der Teil, den die meisten Artikel zum Thema auslassen.

Forschungsergebnisse von Rubel & Bogaert (2015) zeigen: Menschen in polyamoren Beziehungen haben vergleichbare oder sogar höhere Raten an sicherer Bindung als Menschen in monogamen Beziehungen. Eine aktuelle Studie aus 2023 bestätigt diese Erkenntnisse und zeigt negative Korrelationen zwischen positiven Einstellungen zur Polyamorie und ängstlichem Bindungsverhalten. Trotz aller Polyamorie Verlustangst und Eifersucht in offenen Beziehungen, die manche durchleben, scheint das Modell nicht automatisch zu mehr Unsicherheit zu führen.

Wie kann das sein?

Offene Beziehungen zwingen dich zur Kommunikation. Du kannst Probleme nicht unter den Teppich kehren. Ihr müsst reden, sonst funktioniert es nicht. Diese erzwungene Ehrlichkeit baut über Zeit Vertrauen auf.

Dann gibt es die mehreren Quellen für emotionale Unterstützung. Wenn ein Partner gerade nicht verfügbar ist, bist du nicht komplett allein. Das kann paradoxerweise weniger Druck auf jede einzelne Beziehung bedeuten.

Und schließlich entwickelst du das, was Jessica Fern in ihrem Buch "Polysecure" als "verdiente Sicherheit" bezeichnet. Die Psychotherapeutin und Clinical Trauma Professional erweitert in ihrem wegweisenden Werk die Bindungstheorie auf den Bereich der einvernehmlichen Nicht-Monogamie. Statt Sicherheit durch Exklusivität zu bekommen, lernst du, Sicherheit in dir selbst zu finden. Das ist nachhaltiger.

Eine Studie aus dem Jahr 2017 fand: Kein Unterschied in Liebe, Bindung und Zufriedenheit zwischen monogamen und nicht-monogamen Paaren. Menschen in offenen Beziehungen berichteten sogar von mehr Vertrauen und weniger Eifersucht.

Klingt kontraintuitiv, oder? Ist aber erklärbar. Wer die emotionale Arbeit in einer offenen Beziehung leistet, kommt gestärkt heraus.

Woran du merkst, dass Verlustangst deine offene Beziehung beeinflusst

Nicht jede negative Emotion ist Verlustangst. Manchmal bist du einfach müde. Manchmal hat dein Partner wirklich etwas getan, das nicht okay war. Es ist wichtig, zu unterscheiden.

Verlustangst in offenen Beziehungen zeigt sich oft so:

Du checkst ständig dein Handy, wenn dein Partner unterwegs ist. Nicht einmal, sondern alle paar Minuten. Du analysierst jede Nachricht auf versteckte Bedeutungen.

Du vergleichst dich obsessiv mit den anderen Partnern. Sind sie attraktiver? Lustiger? Besser im Bett? Diese Gedanken laufen in Dauerschleife.

Du brauchst ständige Bestätigung. "Liebst du mich noch?" wird zur täglichen Frage. Und selbst wenn die Antwort ja ist, glaubst du es nicht wirklich.

Du entwickelst körperliche Symptome, wenn dein Partner bei jemand anderem ist. Übelkeit, Herzrasen, Schlafprobleme. Das ist dein Körper, der auf wahrgenommene Bedrohung reagiert.

Du sabotierst die Beziehung unbewusst. Streit anfangen, bevor dein Partner zu einem Date geht. Ultimaten stellen. Dich zurückziehen, um "nicht verletzt zu werden".

Der Unterschied zu gesunder Sorge? Gesunde Sorge kommt und geht. Verlustangst bleibt. Sie ist da, auch wenn es keinen konkreten Anlass gibt. Sie färbt alles ein.

7 Strategien, die tatsächlich funktionieren

Hier kommt der praktische Teil. Nicht "denk einfach positiv", sondern konkrete Ansätze, die Menschen in offenen Beziehungen wirklich geholfen haben.

1. Bau eine Kultur der totalen Ehrlichkeit auf

Das klingt banal, ist aber der wichtigste Punkt.

Verlustangst gedeiht in Unsicherheit. Je weniger du weißt, desto mehr füllt dein Kopf die Lücken mit Worst-Case-Szenarien.

Die Lösung: Vereinbart von Anfang an, dass ihr alles teilt. Nicht weil du kontrollieren willst, sondern weil Transparenz Vertrauen schafft. Forschungsergebnisse zeigen, dass offene und ehrliche Kommunikation der Grundstein erfolgreicher ethisch nicht-monogamer Beziehungen ist.

Das bedeutet: Dein Partner erzählt dir, wenn er Gefühle für jemand anderen entwickelt. Nicht erst, wenn es schon passiert ist. Du erzählst, wenn du kämpfst. Nicht erst, wenn es eskaliert.

Eine Polyamorie-Beraterin beschreibt es so: "Die beste Prävention ist eine breite Kultur der Ehrlichkeit von Anfang an. Das schafft Sicherheit, dass du sofort weißt, wenn ungewöhnliche Gefühle aufkommen."

2. Lerne die HEARTS-Methode

Jessica Fern hat in "Polysecure" ein Konzept entwickelt, das speziell für nicht-monogame Beziehungen funktioniert. HEARTS steht für:

Here (Hier sein): Sei präsent, wenn ihr zusammen seid. Nicht halb bei der Arbeit, nicht halb beim Handy. Volle Aufmerksamkeit.

Expressed Delight (Ausgedrückte Freude): Zeig aktiv, dass du dich über deinen Partner freust. Nicht nur "ich liebe dich", sondern konkret: "Ich hab mich den ganzen Tag auf diesen Moment gefreut."

Attunement (Einstimmung): Achte auf die emotionalen Signale deines Partners. Wenn etwas nicht stimmt, frag nach.

Rituals (Rituale): Schafft feste Ankerpunkte. Der Sonntagmorgen gehört nur euch. Jeden Abend 10 Minuten reden, egal was war.

Turning Towards (Hinwenden): Wenn dein Partner dich braucht, sei da. Auch wenn es unbequem ist. Auch wenn du gerade keine Lust hast.

Diese fünf Elemente bauen Sicherheit auf, die nicht von Exklusivität abhängt.

3. Entwickle Selbstberuhigungsstrategien

Du wirst Momente haben, in denen dein Partner bei jemand anderem ist und die Angst hochkommt. Das ist normal. Die Frage ist, was du dann machst.

Hier sind Strategien, die funktionieren:

Atme. Klingt dumm, hilft aber. 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen. Das aktiviert dein parasympathisches Nervensystem und senkt den Pegel.

Lenk dich ab, aber bewusst. Nicht scrollen durch Social Media, das macht es schlimmer. Triff Freunde. Geh zum Sport. Mach etwas, das deine volle Konzentration erfordert.

Schreib deine Gedanken auf. Nicht um sie zu analysieren, sondern um sie aus dem Kopf zu bekommen. Papier urteilt nicht.

Erinnere dich an vergangene Erfolge. Dein Partner war schon mal bei jemand anderem. Und ist zurückgekommen. Und liebt dich immer noch.

4. Kommuniziere deine Ängste konstruktiv

Es gibt einen Unterschied zwischen "Ich hab Angst, dass du mich verlässt" und "Wenn du noch einmal zu ihr gehst, ist es vorbei."

Das erste ist verletzlich und einladend. Das zweite ist ein Ultimatum.

Verlustangst-Kommunikation, die funktioniert, folgt diesem Muster:

"Ich fühle..." (deine Emotion benennen)
"Wenn..." (der konkrete Auslöser)
"Ich bräuchte..." (was dir helfen würde)

Beispiel: "Ich fühle mich unsicher, wenn du bei Anna bist. Ich weiß, dass das mein Thema ist, nicht deins. Was mir helfen würde, wäre eine kurze Nachricht zwischendurch, dass du an mich denkst."

Das ist keine Kontrolle. Das ist ein Bedürfnis, das du äußerst. Dein Partner kann dann entscheiden, ob er das erfüllen möchte.

5. Arbeite an deinen Bindungswunden

Verlustangst kommt selten aus dem Nichts. Meistens hat sie Wurzeln in früheren Erfahrungen. Ein Elternteil, der emotional nicht verfügbar war. Eine frühere Beziehung, in der du betrogen wurdest. Psychologische Forschung zeigt, dass Verlustängste oft mit Bindungsunsicherheiten und erheblichen emotionalen Verletzungen zusammenhängen. Erfahrungen, die dir beigebracht haben: Menschen gehen.

Diese Arbeit kannst du allein machen, mit Büchern und Reflexion. Aber ehrlich? Therapie hilft schneller.

Wichtig: Such dir jemanden, der mit nicht-monogamen Beziehungen Erfahrung hat. Nicht alle Therapeuten verstehen das Modell. Manche werden versuchen, dich zur Monogamie zurückzubringen, statt dir mit der Angst zu helfen.

Das Expert*innen-Netzwerk Polyamorie (ENP) in Deutschland bietet Ressourcen und vermittelt Therapeuten, die sich auskennen.

6. Schafft Rituale und Sicherheitsanker

Rituale geben Struktur in einem Beziehungsmodell, das weniger Struktur hat als die Norm.

Das können kleine Dinge sein:

Jeden Morgen 5 Minuten kuscheln, egal was der Tag bringt. Ein wöchentliches "State of the Union"-Gespräch, bei dem ihr checkt, wie es euch geht. Feste Tage, die nur euch gehören.

Oder größere Dinge:

Gemeinsame Urlaube, die nicht verhandelbar sind. Jahrestage, die ihr feiert. Symbole eurer Verbindung, die nur ihr versteht.

Diese Anker erinnern dich daran: Die Beziehung ist stabil. Auch wenn sich drumherum vieles bewegt.

7. Hol dir Unterstützung von der Community

Du bist nicht die erste Person, die das durchmacht. Es gibt eine ganze Community von Menschen in offenen Beziehungen, die genau wissen, wie sich Verlustangst anfühlt.

Online-Foren wie polyamorie.de bieten Austauschmöglichkeiten. Lokale Stammtische gibt es in vielen größeren Städten. Bücher wie "Polysecure" oder "The Ethical Slut" geben Rahmen und Sprache für das, was du erlebst.

Manchmal hilft es einfach zu wissen: Anderen geht es genauso. Und sie haben es geschafft.

Erfahrungsberichte: So haben es andere geschafft

Emmas Geschichte:

Emma dachte immer, sie sei emotional stabil. Als ihr Partner Alex anfing, eine andere Frau zu daten, brach alles zusammen. "Ich hab mich plötzlich gefragt: Ist sie hübscher? Interessanter? Was hat sie, das ich nicht habe?"

Statt die Gefühle runterzuschlucken, sprach Emma mit Alex. Nicht als Anklage, sondern als Bitte um Verständnis. "Ich hab ihm gesagt, dass das mein Thema ist, nicht seins. Aber dass ich Unterstützung brauche."

Sie vereinbarten: Eine kurze Nachricht pro Abend, wenn Alex bei seiner anderen Partnerin war. Nicht zur Kontrolle, sondern als Zeichen. "Das hat alles verändert. Die Nachricht kam, und plötzlich konnte ich entspannen."

Marcos Weg:

Marco wollte seiner Freundin alle Freiheiten geben. Theoretisch. Praktisch "hat mich die Eifersucht fast umgebracht."

Sein Ansatz war radikal: Er bat seine Freundin, ihm von ihren Erfahrungen zu erzählen. Nicht die intimen Details, aber wie es ihr ging. Was sie fühlte.

"Am Anfang tat es höllisch weh. Aber mit der Zeit wurde mir klar: Sie liebt mich nicht weniger, nur weil sie auch jemand anderen mag. Das sind zwei verschiedene Dinge."

Marco brauchte ein Jahr, um an diesen Punkt zu kommen. "Aber ich würde es wieder tun. Ich bin heute emotional stärker als vorher."

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Nicht jede Verlustangst lässt sich mit Selbsthilfe lösen. Manchmal brauchst du professionelle Unterstützung.

Zeichen, dass es Zeit für Therapie ist:

Die Angst beeinträchtigt deinen Alltag. Du kannst nicht arbeiten, wenn dein Partner bei jemand anderem ist. Du schläfst nicht mehr richtig.

Du entwickelst kontrollierendes Verhalten. GPS-Tracking, ständiges Nachfragen, Durchsuchen von Nachrichten. Das ist kein Umgang mit Angst, das ist Überkompensation.

Die Beziehung leidet massiv. Ihr streitet nur noch. Dein Partner zieht sich zurück. Die Situation wird schlechter, nicht besser.

Du hattest früher ähnliche Muster. Wenn Verlustangst in jeder Beziehung auftaucht, ist das ein Hinweis auf tiefere Themen.

Such dir jemanden, der:
- Erfahrung mit nicht-monogamen Beziehungen hat
- Dein Beziehungsmodell nicht infrage stellt
- Konkrete Werkzeuge mitbringt, nicht nur "drüber reden"

Das Expert*innen-Netzwerk Polyamorie (ENP) Deutschland vermittelt spezialisierte Therapeuten. Es gibt auch Online-Beratung für Menschen, die keinen lokalen Ansprechpartner finden.

Der Weg von der Angst zum Vertrauen

Verlustangst in offenen Beziehungen ist real. Sie ist anstrengend. Und sie ist überwindbar.

Der Weg führt nicht darum herum, sondern mittendurch. Du musst die Angst fühlen, verstehen, woher sie kommt, und aktiv daran arbeiten. Das ist keine Schwäche. Das ist emotionale Reife.

Die Menschen, die es geschafft haben, beschreiben oft einen paradoxen Effekt: Am Ende fühlen sie sich sicherer als vorher. Nicht trotz der offenen Beziehung, sondern wegen der Arbeit, die sie geleistet haben.

Eine Sache noch: Du musst das nicht allein durchstehen. Sprich mit deinem Partner. Sprich mit Freunden, die es verstehen. Such dir professionelle Hilfe, wenn du sie brauchst.

Die Angst wird dich nicht umbringen. Aber ignorieren solltest du sie auch nicht.


Quellen

Dieser Artikel basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Expertenmeinungen:


Häufig gestellte Fragen

Ja. Studien zeigen, dass Menschen in offenen Beziehungen mit denselben emotionalen Herausforderungen kämpfen wie alle anderen auch. Der Unterschied: In offenen Beziehungen werden diese Gefühle oft sichtbarer, weil es konkrete Auslöser gibt. Das ist nicht schlecht, es ist eine Chance zur Auseinandersetzung.

Ja, aber es erfordert bewusste Arbeit. Eric Hegmann, ein deutscher Paartherapeut, sagt: "Für eifersüchtige Menschen mit Verlustangst wird das Modell der offenen Beziehung immer eine Herausforderung sein." Das heißt nicht, dass es unmöglich ist. Es heißt, dass du mehr emotionale Arbeit leisten musst als Menschen ohne diese Tendenz.

Das variiert stark. Manche berichten von Verbesserungen nach wenigen Wochen gezielter Arbeit. Andere brauchen Monate oder Jahre. Es hängt davon ab, wie tief die Wurzeln liegen und wie konsequent du an dir arbeitest. Therapie kann den Prozess beschleunigen.

Das ist ein ernstes Problem. Offene Beziehungen funktionieren nur mit gegenseitiger Unterstützung. Wenn dein Partner deine Ängste nicht ernst nimmt oder als "dein Problem" abtut, ist das ein Zeichen für mangelnde Empathie. Ein Gespräch darüber ist nötig, möglicherweise mit professioneller Moderation.

Nicht unbedingt. Manchmal ist eine Pause sinnvoll, in der ihr eure primäre Beziehung stabilisiert. Manchmal ist Therapie der bessere nächste Schritt. Ein komplettes Ende sollte die letzte Option sein, nicht die erste Reaktion auf schwierige Gefühle. Die Frage ist: Wächst du an der Herausforderung, oder zerstört sie dich?


Quellen & Referenzen

  1. 1 laut psychologischer Forschung
  2. 2 Forschungen der UC Davis
  3. 3 Eine aktuelle Studie
  4. 4 Jessica Fern in ihrem Buch "Polysecure"
  5. 5 Forschungsergebnisse zeigen
  6. 6 Psychologische Forschung zeigt
  7. 7 Expert*innen-Netzwerk Polyamorie (ENP) Deutschland