Pet Play

Pet Play

Intensität
Verspielt bis Intensiv

Auf einen Blick

Kategorie
Pet Play / Rollenspiel
Auch bekannt als
Tierrollenspiel, Animal Roleplay, Zoomimik
Intensitätsbereich
Verspielt bis Intensiv
Erfordert
Kommunikation, Einvernehmlichkeit; Zubehör optional
Gut für
Paare Gruppen Solo-Erkundung Stressabbau

Was ist Pet Play?

Stell dir vor: Du legst ein Halsband an, gehst auf alle Viere, und für die nächste Stunde ist deine größte Sorge, ob du Bauchkraulen bekommst oder einen Ball apportieren musst. Keine E-Mails, keine Deadlines, kein Erwachsensein erforderlich. Das ist Pet Play, eine Form des einvernehmlichen Rollenspiels, bei dem Menschen Tierpersönlichkeiten annehmen (meist Hunde, Katzen oder Pferde), während ein Partner die Rolle des Handlers, Besitzers oder Trainers übernimmt.

Was unterscheidet Pet Play vom bloßen "Tier spielen"? Der sogenannte "Headspace" (Kopfraum). Teilnehmer beschreiben einen mentalen Zustand, in dem sie menschliche Sorgen, Verantwortungen und Selbstbewusstsein ablegen. Es geht weniger darum, Tricks vorzuführen, als vielmehr eine einfachere Art des Seins zu erleben. Forschung aus dem Archives of Sexual Behavior zeigt, dass Menschen Pet Play genauso für psychologische Vorteile wie Entspannung, Flucht und Identitätserforschung nutzen wie für sexuelles Vergnügen.

Pet Play existiert auf einem breiten Spektrum. Auf der einen Seite gibt es Paare, die beim Sex ein Halsband tragen und damit hat sich's. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die maßgefertigte Pup-Masken besitzen, zweimal im Monat zu Moshes gehen und sich anderen Pets mit ihrer Rasse vorstellen. Beides ist gültig. Beides ist Pet Play.

Das Intensitätsspektrum

Diese Praktik kann auf unterschiedlichen Intensitätsstufen erlebt werden.

Leicht Mittel Intensiv

Erste Schritte

1

Redet vor dem Spielen.

Besprecht, was euch jeweils anspricht. Möchte eine Person das Pet sein? Beide? Welche Art von Tier? Welche Aktivitäten klingen spaßig, welche sind tabu? Das Pup Play Negotiation Form bietet eine strukturierte Vorlage, falls ihr Orientierung möchtet.

2

Fang klein an.

Heute Abend, versuche deinen Partner beim Sex "braver Hund" zu nennen und schau, wie es ankommt. Nächste Woche vielleicht ein Halsband dazu. Die Woche darauf bittest du ihn, 30 Sekunden zu sitzen und zu bleiben, während du zuschaust. Baue langsam auf. Du brauchst kein Zubehör, keine Trainingsprotokolle oder eine voll entwickelte Persona, um Pet Play zu erkunden. (Und ehrlich gesagt, zu versuchen, eine komplette "Pup-Identität" vor deiner ersten Session aufzubauen, ist wie professionelle Skiausrüstung zu kaufen, bevor du jemals Schnee gesehen hast. Überdenk es nicht zu sehr.)

3

Erkunde den Headspace schrittweise.

Tief in den Pet-Space zu gehen kann anfangs desorientierend sein. Starte mit kurzen Sessions (15-30 Minuten) und arbeite dich zu längeren vor, während du deine Grenzen kennenlernst.

4

Finde deinen Stil.

Lies über Puppy Play, Kitten Play und Pony Play, um zu sehen, was anspricht. Oder erfinde dein eigenes Tier. Es gibt Füchse, Hasen, Wölfe und viele mehr.

5

Erwäge die Pet-Play-Community.

Organisationen wie Freie Wuffel e.V. in Deutschland und PAH-Gruppen (Pets and Handlers) in den USA veranstalten "Moshes", denk an Welpenspieldates für Erwachsene. Stell dir 20-30 Leute in Pup-Ausrüstung vor, die ringen, Tauziehen spielen und sich unterhalten, während Handler beaufsichtigen. Es klingt chaotisch (und das ist es auch irgendwie), aber es ist auch der Ort, wo Neulinge die Seile lernen, Freunde finden und merken, dass sie damit nicht allein sind. Die Pet-Play-Community heißt Neulinge willkommen und bietet Unterstützung, Freundschaft und Lernmöglichkeiten.

Sicherheit & Kommunikation

Etabliere non-verbale Safe-Signale.

Ein Pet im tiefen Headspace kann non-verbal sein oder nicht klar sprechen können (besonders mit Knebeln oder Masken). Vereinbart vor der Szene eine Handgeste, wiederholtes Klopfen oder das Fallenlassen eines Objekts als "Stopp"-Signal.

Überprüfe Zubehör regelmäßig.

Halsbänder, Fäustlinge und Fesseln können die Durchblutung einschränken. Puppy Pride's Sicherheitsrichtlinien empfehlen, alle 10-15 Minuten zu prüfen. Achte auf Taubheit, Kribbeln oder Farbveränderungen an den Extremitäten.

Schütze die Gelenke.

Krabbeln auf Händen und Knien belastet Handgelenke, Knie und Rücken, besonders auf harten Böden. Verwende Knieschoner oder gepolsterte Matten. Mache Dehnpausen während längerer Sessions.

Plane Aftercare ein.

Aus dem Pet-Play-Headspace zu kommen kann Menschen verletzlich, desorientiert oder emotional aufgewühlt zurücklassen. Der Handler ist dafür verantwortlich, seinem Pet beim sanften Übergang zurück zu helfen. Das kann körperlichen Komfort (Decken, Kuscheln), Flüssigkeit, ruhige Zeit oder verbale Bestätigung bedeuten. Aftercare ist nicht optional bei jeder Pet-Play-Szene.

Bleib nüchtern.

Schau, das sollte offensichtlich sein, aber Alkohol und Drogen killen deine Fähigkeit zu kommunizieren, zu erkennen, wenn etwas schiefgeht, und bedeutungsvoll einzuwilligen. Außerdem, wenn du betrunken in einer Pup-Maske bist mit Händen in Fäustlingen, bist du eine Sicherheitskatastrophe, die darauf wartet zu passieren. Spar dir das Bier für nach der Szene auf.

Häufige Fragen

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