Auf einen Blick
- Kategorie
- BDSM
- Auch bekannt als
- Suspension Bondage, Shibari Suspension, Seilsuspension
- Intensitätsbereich
-
Moderat bis Intensiv
- Erfordert
- Professionelle Anleitung, spezielle Ausrüstung, 12-18 Monate Training
- Gut für
- Fortgeschrittene mit solider Bodenfesselungs-Erfahrung
Was ist Hängebondage?
Stell dir vor: Du schwebst in der Luft, dein ganzes Gewicht von Seilen getragen. Die Welt unter dir. Dein Körper in einem Netz aus Spannung und Vertrauen.
Das ist Hängebondage.
Diese Praxis nutzt Seile, um eine Person teilweise oder vollständig vom Boden zu heben. Dein Körper wird durch ein System aus Geschirren und Aufhängepunkten in der Luft gehalten. Sie stammt aus dem japanischen Shibari und gilt als eine der anspruchsvollsten Formen der Seilarbeit.
Das Besondere daran: Hängebondage kombiniert ästhetische Elemente mit intensiven körperlichen und psychologischen Erfahrungen. Die gefesselte Person gibt die Kontrolle über ihre Position vollständig ab, was tiefes Vertrauen zwischen den Beteiligten erfordert. Gleichzeitig ist es eine Praxis mit echten medizinischen Risiken. Laut einer Studie aus dem Jahr 2023 betreffen 90% der Nervenverletzungen beim Seilbondage den Radialnerv im Oberarm. Solche Verletzungen können bei Suspensionen von nur 5 bis 30 Minuten auftreten.
Deshalb steht Hängebondage nicht am Anfang deiner Seilreise, sondern am Ende eines langen Lernwegs. Die meisten erfahrenen Rigger empfehlen mindestens 12 bis 18 Monate Training, bevor du überhaupt an Vollsuspensionen denkst.
Warum Menschen es genießen
Die körperliche Erfahrung ist einzigartig.
Das Schweben in der Seilsuspension erzeugt Empfindungen, die Bodenfesselungen nicht bieten können. Der Druck der Seile gegen deine Haut. Die Schwerelosigkeit, wenn die Schwerkraft ihren Griff verliert. Völlige Abhängigkeit von einer anderen Person, die dich sicher hält. Dein Körper wird Teil des Seils selbst, jede Verschiebung der Spannung durchläuft dich.
Dann ist da, was in deinem Kopf passiert.
Viele Praktizierende beschreiben einen meditativen Zustand namens "Rope Space"—ähnlich dem tieferen psychologischen Zustand von Subspace. Die Außenwelt verblasst. Deine Atmung verlangsamt sich. Die Zeit verliert ihre Bedeutung. Forschung zu Shibari-Erfahrungen beschreibt, wie dein parasympathisches Nervensystem aktiv wird, was chronischen Stress lindern kann. Du schwebst dort, der Geist ruhig, gehalten von Seil und Vertrauen.
Vertrauensaufbau geht tiefer, als du denkst.
Wenige Aktivitäten erfordern so absolutes Vertrauen. Die gefesselte Person übergibt buchstäblich ihre körperliche Sicherheit in fremde Hände. Diese Verletzlichkeit? Sie kann Beziehungen auf eine Weise transformieren, wie es nichts anderes kann.
Und für viele Rigger zählt die Ästhetik genauso viel.
Eine gut ausgeführte Suspension vereint Körper und Seil zu lebender Skulptur. Bewegung, Form und Fesselung werden zur Kunst.
Erste Schritte
Der empfohlene Lernweg:
Monate 1-6: Bodenfesselung
Lerne grundlegende Techniken wie Single Column Ties, Box Ties (Takate Kote) und Beinbindungen aus unserem Seilbondage-Leitfaden. Übe Kommunikation mit deinem Partner. Entwickle ein Gespür für Nervenpunkte und Druckverteilung. Diese Phase ist kein "Anfängerkram", sondern eine eigenständige, wertvolle Praxis.
Monate 7-12: Teilsuspension
Beginne mit Positionen, bei denen Teile des Körpers noch den Boden berühren. Lerne Lastverteilung und Gewichtsverlagerung. Übe Notfallprotokolle mindestens 20 Mal, bis sie automatisch ablaufen.
Ab Monat 13: Vollsuspension unter Aufsicht
Erst jetzt, mit solider Erfahrung und idealerweise professioneller Anleitung, kannst du an Vollsuspensionen denken. VoxBody Studio hat ihr Curriculum bewusst auf 14 Monate ausgelegt, weil kürzere Zeiträume einfach nicht ausreichen.
Wo du Anleitung findest:
Suche auf FetLife nach "Shibari Deutschland" oder "Bondage Österreich". Viele Städte haben lokale Munches und Seil-Workshops. Julia Seifrieds Glossar bietet einen guten Einstieg in die deutschsprachige Community.